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Bericht: Warum Hadamar?

Studienfahrt zur Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen

am 05. Oktober 2017

Pressebericht Studienfahrt Hadamar

Warum Hadamar?

Unter dieser Überschrift stand eine Studienfahrt der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB)-Rhein-Hunsrück-Nahe zur Gedenkstätte HADAMAR. 

Die Gedenkstätte in dem hessischen Ort Hadamar erinnert an die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasieverbrechen. Der Begriff „Euthanasie“ entstammt der griechischen Sprache und Philosophie und bedeutet in der Übersetzung: „Glücklicher Tod“. 

Die Gedenkstätte Hadamar  versteht sich als ein Ort des Gedenkens, der historischen Aufklärung und politischen Bildung.

In Kooperation mit der Projektstelle des Bistums Trier inklusiv-leben-lernen machten sich 20 behinderte und nichtbehinderte Menschen auf den Weg nach Hadamar.

Ziel der Studienfahrt war es mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Spurensuche zu gehen und Antworten zu finden auf die Fragen warum und wie es möglich war, dass in alleine Hadamar zwischen 1941 und 1945 rund 15.000 behinderte Menschen ermordet wurden.

Im Vorfeld der Fahrt trafen sich alle in Bad Kreuznach, im Zentrum St. Hildegard, einen Nachmittag lag, um sich gezielt vorzubereiten, miteinander ins Gespräch zu kommen über die persönliche Motivation an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen und erste Informationen auszutauschen was die Gruppe in dem rund dreistündigen begleitenden Rundgang durch die Räumlichkeiten und die dort gezeigte Ausstellung erwarten würde. 

Eine der Teilnehmerinnen formulierte es so: „Wir müssen selbst zu Zeitzeugen dieser schrecklichen Verbrechen werden.“

In Hadamar selbst konnte die Gruppe den Weg der Patientinnen und Patienten nachgehen: Von der Ankunft in der verschlossenen Busgarage über das Hauptgebäude, wo die späteren Opfer sich zu entkleiden hatten und einem Arzt vorgestellt wurden, der dann anhand der mitgeschickten Patientenakten eine angeblich natürliche Todesursache für die später auszustellende Sterbeurkunde festlegte. Anschließend wurden alle Patientinnen und Patienten von Schwestern und Pflegern sofort in die Gaskammer im Keller geführt. Die Leichen wurden in sofort eingeäschert bzw. ein Teil der Toten wurde zu medizinischen Forschungszwecken im Sezierraum das Gehirn entnommen. Die Angehörigen erhielten einen sogenannten „Trostbrief“, der sie über das plötzliche Ableben informierte. Der angeblich krankheitsbedingte Tod wurde als „Erlösung“ bezeichnet. 

Insgesamt gab es im damaligen Deutschen Reich sechs solcher Vernichtungslager in denen überwiegend behinderte Menschen aus dem gesamten Reich in Bustransporten gebracht wurden. 

Fast 200.000 Kinder, Frauen und Männer fanden so den Tod. 

Bei der Besichtigung der Kellerräume konnte die Gruppe anhand der ausführlichen Erläuterungen der Begleitung einen Eindruck von der „durchorganiserten“ Grausamkeit gewinnen. So war der Fußboden von der Gaskammer an die Verbrennungsöfen mit einer speziellen Beschichtung behandelt, um die Toten schneller und leichter zu den Öfen „schleifen“ zu können.

Die Frage nach den eigenen Gefühlen und Eindrücken in Hadamar, aber auch nach dem was aus der Geschichte und den Verbrechen des Nationalsozialismus für unsere heutige Zeit gelernt werden muss, stand daher im Fokus des Nachtreffens der Gruppe.

Mit einem Impulstext zur Inschrift der Gedenkstele auf dem Friedhof in Hadamar endete die Veranstaltung. Auf der Stele ist in Großbuchstaben der Satz eingemeißelt: MENSCH ACHTE DEN MENSCHEN. 

Die KEB knüpfte mit dieser Fahrt an ihr Jahresthema an: beziehung.macht.mensch.

Hier finden Sie den Flyer zur Studienfahrt zum Download. 

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