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... auf dem Weg zur Inklusion ...

Inklusion bewirkt: „Es wird anders“. Ein neues WIR entsteht, zu dem jede und jeder etwas beitragen kann. Inklusion bedeutet auch, „etwas zurückgeben zu können“ und „einen sinnvollen Beitrag leisten zu können“. Menschen wünschen sich genau das. Um mehr Inklusion zu leben, braucht es kleine Schritte. Unterschiedliche Menschen sind bereits auf diesem Weg. Wir als Projekt „inklusiv leben lernen“ wollen mit allen anderen, die sich bereits für ein gelingendes Zusammenleben einsetzen, daran mitwirken.

Inklusion ist Vielfalt leben!

Inklusion ist zwar kein Menschenrecht, wie man immer wieder liest, aber: Auf dem Weg zur Inklusion werden die Menschenrechte verwirklicht! Inklusion trägt Schritt für Schritt dazu bei, dass Missstände, die das Anders-sein betonen und zu Ausgrenzung und Ungerechtigkeit führen, abgebaut werden. Inklusion ist Vielfalt – und die Wege zu einer inklusiven Gesellschaft sind ebenso vielfältig.

Inklusion bedeutet, dass es kein „normal“ mehr gibt. Denn Inklusion zeichnet sich durch einen radikalen Respekt vor dem Einzelnen aus: Jeder Mensch ist willkommener Teil des Ganzen.

Der zentrale Impuls für Inklusion bezogen auf Menschen mit Behinderung kam mit der UN-Behindertenrechtskonvention. In Medien und immer wieder auch in Fachbeiträgen findet sich leider noch allzu oft ein verflachtes, verkürztes und reduziertes Verständnis des Begriffs.

Die Pädagog*innen Ines Boban und Andreas Hinz sind Wegbereiter*innen für eine Pädagogik in Deutschland, die den Begriff der Inklusion viel weiter fasst: „Inklusion nimmt alle Dimensionen von Heterogenität gemeinsam in den Blick. Dabei kann es um unterschiedliche Fähigkeiten, Geschlechterrollen, ethnische Herkunft, Nationalität, Erstsprachen, Hautfarben, soziale Milieus, Religionen und weltanschauliche Orientierungen, körperliche Bedingungen und vieles mehr gehen.“ Inklusion überwindet die Vorstellung von zwei sich gegenüberstehenden Gruppen, von „richtig“ und „falsch“, „schwarz“ und „weiß“, „normal“ und „anders“. Diesem Inklusionsverständnis folgen wir auch in unserem Projekt „inklusiv leben lernen“. (Vgl. Boban, Ines/ Hinz, Andreas: Inklusive Pädagogik, in: Handbuch Inklusion in der Kirchengemeinde, 2013 Göttingen, 113-145.)

Inklusion erwartet nicht, dass sich Menschen einer Gesellschaft anpassen. Inklusion geht davon aus, dass alle Menschen gemeinsam überhaupt erst eine Gesellschaft bilden. Vielfalt ist Bereicherung. Es ist die Aufgabe von Institutionen und Organisationen, Strukturen, Kulturen und Praktiken zu schaffen, die genau das ermöglichen. Inklusion ist damit ein Lernprozess für alle. Und sie entsteht durch fragen, teilen, aushandeln und ausprobieren.

Bundespräsident Joachim Gauck sagt: „Inklusion ist der anspruchsvollste Emanzipationsprozess unserer Zeit." Wege in Richtung Inklusion verlaufen nicht immer harmonisch, es gibt Spannungen und Konflikte, doch am Ende kommen alle Beteiligten weiter. So wird Inklusion Schritt für Schritt entwickelt: Schritt für Schritt entstehen mehr Partizipation, Teilhabe und Teilgabe.

Inklusion ereignet sich im Sozialraum, in Beziehungen zwischen Menschen und in den strukturellen Möglichkeiten der Teilgabe und Teilhabe. Diese Chancen zu sehen, zu nutzen und für alle fruchtbar zu machen – dabei begleiten wir mit „inklusiv leben lernen“.

Sozialraumorientierung und Inklusion gehen in eine Richtung!

Grundlegend und handlungsleitend war und ist in unserem Projekt das Konzept der Sozialraumorientierung. Es ist ein anspruchsvolles Konzept, das die gleichen Lernprozesse anstößt wie die Idee der Inklusion. Wir orientieren uns dabei an den fünf Prinzipien des Konzepts nach Wolfgang Hinte. 

Orientierung am Wille der Menschen 

Wir orientieren uns an den Interessen und dem Willen der Menschen im Sozialraum (1.Prinzip). Aus diesem Grund nutzen wir Methoden der Sozialraumerkundung und lassen uns immer wieder von den Sichtweisen und Ideen der Menschen in und um Bad Kreuznach irritieren und inspirieren. Das fordert eine wahrnehmende und hörende Haltung.

Eigeninitiative und Selbsthilfe unterstützen

Wir machen keine Angebote, sondern unterstützen die Eigeninitiative und Selbsthilfe von Menschen und Institutionen im Sozialraum (2. Prinzip).

Ressourcenorientiert

Wir gehen davon aus, dass es Ressourcen im Sozialraum gibt, v.a. Menschen, die sich gerne einbringen wollen (3. Prinzip). Mit dieser offenen Haltung sind wir immer wieder überrascht, wer alles mit uns zusammenarbeiten will und uns und unsere Idee unterstützt.

Zielgruppenübergreifend

Deshalb ist es uns auch wichtig, gruppenübergreifend zu denken (4. Prinzip). Was die einen haben, können vielleicht andere gebrauchen. Während z.B. Menschen, die neu nach Deutschland kommen, Arbeit suchen, brauchen Menschen mit Behinderung Assistent*innen, damit sie arbeiten können. Gruppenübergreifend zu denken und zu handeln ist eine schwierige Aufgabe, denn oft denkt jede Gruppe zuerst, dass ihre Anliegen „geschwächt“ werden, wenn sie sich mit anderen Menschen verbünden. Dabei ist es unsere Erfahrung, dass 1+1=3 sein kann.

Kooperieren und Koordinieren

Das fordert von uns als Projekt Kooperation und Koordination (5. Prinzip). Die Sozialraumorientierung ist nichts, was man schnell „umsetzen“ kann, sondern eine Kultur und Haltung, in die unsere Gesellschaft durch gute Erfahrungen hineinwachsen kann.

Auch in unserer Beratung und Prozessbegleitung orientieren wir uns an dem Konzept der Sozialraumorientierung. Wir gehen die Schritte in Richtung Inklusion gemeinsam mit den Menschen, die uns anfragen: Hier werden gemeinsame, zum Ort und seinen Menschen passende Lösungen mit allen beteiligten Gruppen entwickelt. Dabei meint der Begriff Sozialraum nicht nur ein Stadtviertel oder Quartier, sondern einen Lebensraum, der sich durch gemeinsame gesellschaftliche Entwicklungsprozesse auszeichnet.

„inklusiv leben lernen“ arbeitet sozialräumlich. Das heißt: Wie auch in der Inklusion ist es unser Ziel, nicht Menschen zu verändern, sondern deren Umfeld positiv mitzugestalten.